Testbericht Denon Envaya Mini

Dies ist ein Gastbeitrag von Philipp. Auf lautsprecher.org berichtet er regelmäßig über die aktuellsten Modelle und News aus der Branche. Dort findet Ihr Bestenlisten, Vergleiche und Klangbeispiele.

Der Sommer ist bereits in vollem Gange und die Leute verbringen immer mehr Zeit unter freiem Himmel. Wer hier auf musikalische Untermalung nicht verzichten möchte, der greift zu einem kabellosen Bluetooth Lautsprecher, der sich in Sekundenschnelle mit dem eigenen Smartphone verbinden lässt. So kann man auch am See, auf der Terrasse oder im Garten seiner Lieblingsmusik lauschen. Aufgrund der vielseitigen Einsatzorte und der damit steigenden Beliebtheit der kleinen Boxen bringen immer mehr Hersteller neue Modelle auf den Markt. So hat auch Denon rund ein halbes Jahr nach der Vorstellung des großen Envaya einen kleinen Ableger, den Denon Envaya Mini, vorgestellt. Ich hatte die Möglichkeit, den Speaker einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und möchte meine Erfahrungen hier teilen. Eine ausführliche Pro-/-Kontra-Liste sowie weitere Informationen zum Denon Envaya Mini findet ihr hier.

Ersteindruck

Der Denon Envaya Mini macht einen durchweg positiven ersten Eindruck. Er sieht zwar nicht so edel aus wie der SoundLink Mini von Bose, aber das schwarze Gehäuse aus Metall und Gummi wirkt dezent und robust. Man hat das Gefühl, als könne der Speaker den Transport im vollgepackten Rucksack oder auch kleinere Stürze ohne größere Schäden überstehen. Dabei ist der Envaya Mini erstaunlich kompakt. Mit einer Höhe von 7cm ist er sogar kompakter wie die UE Boom von Logitech und die meisten anderen Bluetooth Lautsprecher in dieser Preisklasse. Aufgrund der länglichen Bauform ist er wenig sperrig und sollte locker in einem kleinen Rucksack oder einer Sporttasche Platz finden.

Sehr positiv finde ich, dass das Gehäuse spritzwassergeschützt ist, so kann man die Box auch mal mit an den See nehmen, ohne Angst haben zu müssen, dass ein paar Tropfen Wasser die Elektronik im Innern beschädigen. In der Praxis habe ich die Box für 30 Sekunden unter den Wasserhahn gehalten und die Musik spielte auch danach noch ohne Probleme weiter. Von Beschädigungen oder Ruckeln war keine Spur. Erhältlich ist der Envaya Mini in den Farben Schwarz/Grün und Weiß/Pink, wobei wohl die wenigsten zur letzteren Variante greifen werden, da diese doch sehr an ein Kinderspielzeug erinnert. Im Lieferumfang ist neben einem USB-Ladekabel noch eine Schutzhülle aus Stoff enthalten.

Klangqualität

Am gespanntesten war ich auf den Sound des kleinen Envaya. Aufgrund der kompakten Abmessungen hatte ich ehrlich gesagt nicht allzu viel erwartet und mit dem dünnen Klang einer
Jabra Solemate gerechnet. Doch beim ersten Probehören war die Überraschung groß. Der Speaker klingt für seine Größe erstaunlich erwachsen. Die Bässe sind kräftig, aber nicht überbetont. Zwar reichen sie nicht ganz so tief hinab wie bei der Konkurrenz, doch sie spielen sehr seidig und trotzdem druckvoll daher, ohne andere Frequenzbereiche zu übertönen.

Insgesamt ist das Klangbild sehr natürlich und ausgeglichen. Besonders bei leiser Lautstärke sind die Bässe noch kräftig genug, um den Klang nicht flach erscheinen zu lassen, wie es leider so viele Lautsprecher heutzutage tun. Besonders für Nutzer, die gerne mal leise Musik im Hintergrund laufen haben, könnte dies ein wichtiges Kriterium sein. Die Maximallautstärke ist unterdurchschnittlich, dafür werden die Bässe nur leicht in den Hintergrund geschoben und Musik ist bei hohen Pegeln durchaus noch genießbar. Verzerrungen oder ein unangenehmes Übersteuern der Bässe ist nicht zu hören.

Was den Klang des Envaya Mini besonders macht, ist der Stereo-Effekt. Aufgrund der länglichen Bauform sind die beiden Lautsprecherchassis weit voneinander entfernet und können eine kleine Stereo-Bühne schaffen, die durchaus beeindrucken kann. Bewegt man sich dann seitlich zum Lautsprecher, verblasst der Effekt etwas und das Ganze klingt wieder Mono. Da die beiden Lautsprecherchassis an der Vorderseite des Lautsprechers angebracht sind, dringt nur wenig Klang zur Hinterseite aus und von hinterer Hörposition ist der Klang dann deutlich weniger klar.

Der Envaya Mini klingt für seine kompakte Größe erstaunlich gut und kann es locker mit deutlich teureren Modellen aufnehmen. Persönlich würde ich ihn dem SoundLink Mini von Bose vorziehen, da das Klangbild insgesamt natürlicher und ausgewogener wirkt.

Pairing

Das Pairing von Lautsprecher und Smartphone funktionierte im Test problemlos. Lautsprecher einschalten, Bluetooth aktivieren, Denon Envaya Mini auswählen – und schon steht die Verbindung. Beim zukünftigen Pairing verbindet sich der Envaya Mini dann automatisch mit dem zuletzt gekoppelten Musikzuspieler.

Denon Envaya Mini

Denon Envaya Mini

Praktisch ist, dass der Speaker über eine Multipairing Funktion verfügt, so kann man mehrere Quellgeräte gleichzeitig mit der Box verbinden und mühelos hin- und herwechseln. Besonders bei kleineren Veranstaltungen ist dieses Feature sinvoll, sodass jeder einmal seine eigene Playlist abspielen kann; ein umständliches Entkoppeln und erneutes Anschließen ist nicht erforderlich. Auch eine Stereo-Pairing Funktion für das Zusammenschließen zweier Envaya Minis wäre schön gewesen. Wenigstens verfügt der Speaker über eine NFC Einheit, die ein schnelleres Koppeln von Lautsprecher und Smartphone erlaubt, indem man das Smartphone für einige Sekunden in die Nähe des Speakers hält. Für Apple-Nutzer ist diese Funktion leider wenig nützlich.

Bedienung

Die Bedienung des Envaya Mini ist sehr einfach gehalten. Es gibt nur wenige Bedienelemente: ein- und ausschalten, leiser/lauter, Play/Pause und eine Taste, um den Akkustand anzuzeigen. Das war’s auch schon. Gesonderte Tasten für das Steuern der Musik gibt es leider nicht. Auch keine Tastenkombination ermöglicht das Stummschalten oder Springen zum nächsten Lied.

Auch die Positionierung der Bedienelemente ist nicht ideal. Die Tasten sind an der Seite angebracht und so nicht immer leicht zu erreichen. Außerdem muss man, um den Pairing-Modus zu aktivieren, die Play-Taste für mehrere Sekunden gedrückt halten. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, nach einigen Tagen hat man sich allerdings daran gewöhnt.

Die Signallichter am Envaya Mini sind angenehm schlicht. Nach dem Einschalten und erfolgreichen Aktivieren des Bluetooth-Modus leuchtet ein weißes LED-Lämpchen. Geht der Akku dem Ende entgegen, beginnt dieses Lämpchen rot zu leuchten. Auch bei den Signaltönen gibt es nichts zu meckern. Nach erfolgreicher Bluetooth-Kopplung ist ein angenehm leiser Piepston zu hören. Auf nervige Signaltöne oder quasselnde Stimmen wird verzichtet. Sehr schön!

Akku/Reichweite

Eine der größten Schwachpunkte des Envaya Mini ist die Akkulaufzeit, diese ist mit knapp 6-7 Stunden nicht gerade hoch. Ähnlich wie beim SoundLink Mini, den man nach ca. 6 Stunden bei leiser Lautstärke auch schon wieder an den Strom hängen muss.

Die Reichweite betrug im Test rund 35 Meter. Das ist ein durchaus ordentlicher Wert und das sollte für die allermeisten Anlässe ausreichen. Selbst wenn eine dickere Steinwand dazwischen lag, blieb die Verbindung bis auf einige anfängliche Wackler stabil.

Fazit

Der Denon Envaya Mini gehört zweifellos zu den besten Bluetooth Lautsprechern am Markt. Der Klang ist bassreich und trotzdem ausgewogen und kann selbst mit deutlich teureren Modellen wie dem SoundLink Mini von Bose oder dem JBL Charge 2 mithalten. Durch die weit auseinander liegenden Chassis ist sogar Stereo-Klang hörbar. Die Maximale Lautstärke ist zwar nur mittelmäßig, dafür verzerrt der Lautsprecher bei hohen Pegeln nicht und ein unschönes Übersteuern beim Bass sind auch nicht zu vernehmen. Besonders gelungen ist die Klangabstimmung bei leisen Lautstärken, sodass auch bei leiser Hintergrundberieselung noch genug Tiefen vorhanden sind, um den Klang nicht flach erscheinen zu lassen.

Gut gefällt auch das robuste, schlichte Gehäuse aus wasserbeständigen Materialien in Kombination mit einer intuitiven, minimalistischen Bedienung. Die Positionierung der Tasten ist ein wenig ungeschickt, nach ein paar Tagen sollte man sich allerdings daran gewöhnt haben. Der Funktionsumfang kann mit NFC und Stereo-Pairing ebenfalls überzeugen. Schön wäre noch eine Stereo-Pairing sowie Freisprechfunktion gewesen.

Die Reichweite gehört mit rund 35 Metern zu den besten der Klasse, die Akkulaufzeit hätte allerdings noch ein wenig länger sein können und fällt mit nur 6-7 Stunden bei 1/3 Lautstärke etwas knapp aus. Für einen Preis von rund 120 Euro bietet der Envaya Mini ein gelungenes Gesamtpaket und ist ohne Einschränkungen zu empfehlen.

Preis: EUR 106,99
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  1. Google - 07.07.2017

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