Mein HTPC Projekt Teil 1: Planung

Ausgangssituation

Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach einem optimalen Medienstreamer. Mein Fokus liegt dabei auf der Video-Wiedergabe auf meinem HD-TV. Um Musik zu hören möchte ich nicht meinen TV einschalten müssen, der Audio-Aspekt bleibt hierbei also außen vor.

Meine Medienlandschaft sieht momentan so aus:


Die Playstation 3 wird von Sony in Sachen Video-Wiedergabe nicht weiterentwickelt und spielt keine Dateien im mkv-Format ab, in dem die meisten HD-Inhalte vorliegen. Daher scheidet sie aus und ist für mich nur noch für die Blu-ray Wiedergabe in Gebrauch. Ich möchte aber keine Blu-ray Stapel in meinen Schränken horten, die ich alle zwei Wochen abstauben und umständlich durchsuchen muss, wenn ich einen Film sehen will. Daher möchte ich meine Filme als Datei ablegen.

Der WD TV Live, den ich seit einiger Zeit nutze, macht seinen Job ganz ordentlich, mehr aber auch nicht. Er spielt die meisten Videoformate ab und bietet seit Kurzem auch Online-Content über vorinstallierte Services. Ich bin aber gelangweilt von den tristen Datei-Listen und der nicht vorhandenen Flexibilität im Sinne der Erweiterbarkeit nach meinen Wünschen. Ich möchte Menüs haben, die mir ein wenig mehr Info zur Datei liefern, als lediglich Dateiname und -größe, z. B. ein Cover, eine Kurzbeschreibung der Filmhandlung, die Schauspieler, das Imdb-Rating usw. Nach diesen Kriterien sollte sich auch suchen lassen.

Eine Marktrecherche nach aktuellen Alternativprodukten, die so etwas bieten, führte mich zu Produkten wie dem C-200 von Popcorn Hour oder D-Links Boxee. Ein attraktives Menü bietet der C-200 allemal, aber der Preis von über 300€ ohne Festplatte schreckte mich doch erstmal ab. Die Software von Boxee basiert auf dem OpenSource Projekt XBMC, was an sich schonmal sehr vielversprechend ist. Der Preis mit ca. 200€ passt auch. Allerdings sprechen viele Benutzererfahrung von einer teilweise stockenden und unflüssigen Menübedienung, was irritiert wenn man XBMC schonmal auf einem leistungsfähigen Rechner erlebt hat.

Die Software

Daher habe ich mir XBMC auch mal auf meinem MacBook Pro installiert, um die Möglichkeiten und die Präsentation der Oberfläche zu erleben. Meine erste Erfahrung mit XBMC war sehr positiv. Es bietet eine schöne Oberfläche, die über etliche Skins komplett veränderbar ist. Die Videomenüs sind flexibel konfigurierbar von einer Dateiliste bis hin zur Navigation allein über das Cover. Alle Menüs reagieren sehr flott. Es sind sehr viele Plugins erhältlich, die z. B. die Einbindung von Video Streaming Services erlauben. Da es OpenSource ist und eine große Fan- bzw. Entwicklercommunity dahinter steht, wird die Plattform stetig weiterentwickelt. Meine Entscheidung steht fest: Ich möchte XBMC auf meinem Medienstreamer nutzen. Damit wäre die Frage nach der Software geklärt.

Hier einige Screenshots meiner XBMC Installation:

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Die Hardware

Um die vollen Möglichkeiten von XBMC ausnutzen zu können, brauche ich dafür ein offenes System, auf dem ich es selbst installieren und konfigurieren kann. Mein bevorzugtes Betriebssystem dafür ist Ubuntu Linux.

Was sind meine Voraussetzungen an ein solches System?

  1. Es muss leise sein, da es in der Nähe meines Fernsehers stehen soll.
  2. Es muss energieeffizient sein.
  3. Es muss genug Leistung für die Wiedergabe von 1080p Video-Inhalten und den flüssigen Betrieb von XBMC bieten.
  4. Es muss flott booten.
  5. Es muss erweiterbar im Sinne von Schnittstellen und Hardware-Komponenten sein.
  6. Es muss mit einer Fernbedienung kompatibel sein.
  7. Es muss im preislichen Rahmen bleiben (ca. 300-400€).

Auch hierzu hat mich eine Marktrecherche zu bereits vorkonfigurierten Produkten nicht ans Ziel gebracht. Ein Kandidat wäre die Acer Revo Serie, z. B. der Acer Aspire Revo R3700 oder der Acer Revo 100. Beides sind kleine, sparsame Desktop-Systeme. Der Revo 100 fällt für mich mit ca. 500€ schon raus. Der R3700 wäre mit 300€ in der Linux Variante eine Option, überzeugt mich aber in Punkto zukünftige Erweiterbarkeit noch nicht ganz.Der Mac mini ist sehr leise, energieeffizient und bietet mehr Leistung als nötig ist. Preislich ist er aber für meinen Zweck als Medienplayer deutlich zu teuer.Der Dell Inspiron Zino HD 410 übersteigt in einer vernünftigen Ausstattung leicht die Kostengrenze von 400€. Hierbei stört mich vor allem die Bindung an Windows 7, das ich sowieso nicht nutzen würde.

Da ich bei allen Produkten, die ich finde, immer wieder auf Punkte stoße, die mir nicht gefallen (meistens ist es das Gefühl, das System nicht individuell verändern zu können), habe ich mich dazu entschlossen, meinen eigenen HTPC auf Grundlage einzeln zusammengestellter Komponenten zu bauen. Das bietet mir die volle Kontrolle über mein System und ich verliere nicht irgendeine Herstellergarantie, wenn ich das Gerät mal öffnen möchte.

Die Komponenten

Natürlich stellt sich mir dabei zuerst die Frage, ob der Kauf einzelner Komponenten den preislichen Rahmen nicht erst recht sprengen würde. Daher lege ich gleich zu Beginn der Suche den Schwerpunkt auf den Preis und möchte mich nicht mit Schwärmereien für hochpreisige Produkte aufhalten.

Interessant für mein Vorhaben ist der neue Zacate-Prozessor von AMD. Er ist das erste Modell aus AMDs Fusion-APU-Serie und vereint einen Doppelkern Prozessor mit integrierter Grafikeinheit. Er kann einen geringen Stromverbrauch aufweisen und ist für den Einsatz in Netbooks und Wohnzimmer-PCs konzipiert, also genau was ich brauche. Laut eines Testberichts auf chip.de, ist die AMD Plattform leistungsstärker als Intels Atom-Prozessor und kommt in der Grundausstattung locker mit 1080p Videos zurecht.

Als Mainboard inklusive CPU und Grafikeinheit kommen dazu folgende Produkte in Frage:

Auf den Boards befindet sich bereits ein AMD Fusion E-350 Zweikern-Prozessor, die AMD-Radeon-HD-6310-Onboard-Grafik und ein 8-Kanal-Soundchip. Zu den Anschlüssen gehören HDMI, Gigabit LAN, USB 3.0 (2x bei MSI, 4x bei ASUS), 8x USB 2.0, 1x eSATA 6Gb/s (nur ASUS), SATA 6.0Gb/s (5x ASUS, 4x MSI), 1 x S/PDIF Out (optical), 1 x Coaxial SPDIF-out port (nur MSI), 1 Bluetooth 3.0 adapter (nur ASUS), 2 x Wifi Antennen Ports (nur ASUS, 2 Wifi Antennen im Zubehör).
Das ASUS Board wird komplett passiv gekühlt, während das MSI einen kleinen CPU-Lüfter mitbringt. Beide Produkte haben einen 1 x PCIe 2.0 x16 Erweiterungs-Slot.

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Weitere Alternativen wären das Gigabyte GA-E350V-USB3, das SAPPHIRE PURE Fusion Mini E350 oder das ASRock E350M1, die beide verfügbar sind.

Der eSATA Anschluss, die integrierte Bluetooth- und Wifi-Unterstützung und die komplett passive Kühlung machen für mich das ASUS Board momentan zum Favoriten. Während das MSI Board zur Veröffentlichung dieses Artikels (20.03.2010) schon verfügbar ist, wird das E35M1-I DELUXE von ASUS zwar bei vielen Händlern gelistet, aber noch ohne genauen Verfügbarkeitstermin.

Als Arbeitsspeicher entscheide ich mich für einen 4GB DDR3 1066 Riegel, der mit ca. 40€ zu Buche schlägt. Beide Mainboards unterstützen maximal 8 GB.

Fehlt noch ein internes Speichermedium. Meine Medien möchte ich weiterhin extern lagern. Das hat den Vorteil, dass sie im Falle eines Netzwerkspeichers wie meinem QNAP 109 in Verbindung mit dem TwonkyMedia Server auf allen meinen Geräte verfügbar sind. Filme möchte ich zukünftig auf einer eSATA oder USB 3.0 Platte ablegen. Das hat den Vorteil, dass diese Daten portabel sind und die Festplatte nicht ständig in meinem HTPC aktiv sein muss wenn ich z. B. nur Inhalte von meinem Netzwerk-Speicher oder gestreamte Inhalte aus dem Internet konsumiere. Also kann der interne Speicher gering gehalten werden. Er muss nur das Betriebssystem und die XBMC Software beherbergen. Das sind optimale Voraussetzungen um eine 30 GB SSD einzusetzen. 30 GB lassen mir genug Spielraum für die Erweiterung des Betriebssystems und die eventuelle Installation anderer Software und Punkt 4 “flott booten” ist mit einer SSD bestens erfüllt. Eine 30 GB SSD ist derzeit für ca. 70€ zu haben.

Bliebe da noch die Wahl eines Gehäuse. Hier erscheinen mir das LC-Power LC-1320MI (ca. 40€) oder das Antec ISK 300-65 EC (ca. 70 €) vernünftige Kandidaten. Beide arbeiten mit einem externen Netzteil ohne Lüfter, was für Punkt 1, die Geräuschkulisse, spricht.

Hier nochmal zusammengefasst meine Vorauswahl an Komponenten für meinen HTPC:

  • Mainboard / CPU / GPU Kombi: ASUS E35M1-I DELUXE oder MSI E350IA-E45 (115 – 140€)
  • RAM: 4GB DDR3 (ca. 40€)
  • Festspeicher: 30 GB SSD (ca. 70€)
  • Gehäuse: LC-Power LC-1320MI oder Antec ISK 300-65 EC (40 – 70€)

Gesamtkosten: 265 – 320€

Der Kostenfaktor ist damit absolut vertretbar. Immerhin bekomme ich dafür ein leistungsstarkes System, das ich komplett selbst konfigurieren und erweitern kann.

Offen bleibt lediglich Punkt 6: Fernbedienung. Hierfür habe ich eine Logitech Harmony mit Infrarot-USB-Adapter im Auge. Diese Frage ist für mich aber nicht entscheidend für das Gesamtsystem und kann durchaus erst im Nachhinein angegangen werden. Auch wenn eine Harmony die Kosten nochmal in die Höhe treibt, ist es mich doch eine optimale Lösung, da sie eine hohe Qualität hat und umfassend konfigurierbar ist. So muss ich mich nicht mit irgendeiner billigen, vom Hersteller mitgelieferten Standard-Fernbedienung zufrieden geben.

In den nächsten Tagen werde ich mich mit der Verfügbarkeit und der Preisentwicklung der zur Auswahl stehenden Komponenten beschäftigen. Wenn alles lieferbar ist, werde ich meine bevorzugte Konfiguration bestellen und in einem zweiten Artikel von meinen Erfahrungen beim Aufbau meines HTPC berichten.

Lest weiter über die Umsetzung meines HTPC-Projektes.

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9 Responses to Mein HTPC Projekt Teil 1: Planung

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