Mein HTPC Projekt Teil 2: Umsetzung

Es ist schon eine Weile her, da habe ich mir Gedanken um meinen optimalen Medienstreamer gemacht und diese im Artikel “Mein HTPC Projekt Teil 1: Planung” zusammengefasst. Als Entschluss hatte ich gefasst, mir einen individuellen HTPC aufzubauen und als Software XBMC einzusetzen.

Nachdem das Mainboard meiner Wahl endlich verfügbar war, hatte ich alle Komponenten bestellt und möchte hier den Zusammenbau des Rechners beschreiben.
Weshalb ich mich für die beschriebenen Komponenten entschieden habe, könnt ihr im ersten Teil gerne nochmal nachlesen.

Als Mainboard kommt das E35M1-I DELUXE von ASUS im Formfaktor Mini ITX zum Einsatz. Ein passendes Gehäuse dafür ist das Antec ISK 300-150 mit 150 Watt Netzteil. Für mich ist es kompakt genug, um es auch mal transportieren zu können und bietet dabei Platz für ein DVD- bzw. Bluray-Laufwerk und zwei interne 2,5″ Datenträger. An der Vorderseite bietet es zwei USB- und einen eSATA-Anschluss sowie Audio Ein- und Ausgang im Klinkensteckerformat. Das Netzteil befindet sich intern, ein Stromkabel, Schrauben und Gumminfüße für die Unterseite sind im Lieferumfang. Seitlich befinden sich zwei voreingebaute Lüfter. Einer in Höhe des internen Netzteiles, einer weiter hinten, der für die Luftabfuhr über dem Mainboard sorgen soll. Die Lüfter sind eigentlich relativ leise, allerdings fällt der hintere am Mainboard immer mal wieder durch ein unangenehmes Vibrationsgeräusch auf. Am Netzteil befinden sich fest angebracht alle notwendigen Stromkabel, die zum Betrieb des Mainboards notwendig sind.

Der Einbau des Mainboards gestaltete sich problemlos. Nachdem der Laufwerksschlitten entfernt war, ließ es sich schräg an seinen Platz einsetzen, vorher natürlich die Slotblende für die Rückseite nicht vergessen (passiert mir immer). Mit vier mitgelieferten Schrauben lässt sich das Board auf den Abstandhaltern fixieren.

Da die Grafikeinheit ja bereits integriert ist, müssen lediglich der Arbeitsspeicher noch eingebaut und die Wechseldatenträger angeschlossen werden. Meine erste Wahl war RAM von Team Elite. In Kombination mit dem ASUS E35M1-I DELUXE kann ich diesen leider nicht empfehlen. Das System startet erst nach Betätigung der RAM-Sync Taste und es kam auch im späteren Betrieb immer wieder zu Aussetzern. Man sollte nur RAM kaufen, der im Handbuch des E35M1-I DELUXE explizit empfohlen wird. Ich habe mich schließlich für 2GB Kingston ValueRAM entschieden, der läuft ohne Probleme (mittlerweile auf 4 aufgerüstet).

Als Bootlaufwerk kommt bei mir eine Crucial 64GB SSD zum Einsatz. Diese garantiert mir eine schnellstmöglich Startzeit des Systems. Zum Anschluss liegen dem Mainboard SATA Kabel bei.

Für die erste Inbetriebnahme habe ich das Gehäuse noch offen gelassen und die SSD noch nicht auf dem Laufwerksschlitten fixiert, da ich sonst für nachträgliche Arbeiten schlecht an das Mainboard gekommen wäre.

Mein erster Systemtest sollte mit der Linux Distribution Ubuntu 11.04 laufen. Die Installation habe ich von einem angeschlossenem USB-DVD-Laufwerk vorgenommen. Über das übersichtlich gestaltete BIOS kann man die Bootreihenfolge sehr einfach per Drag’n'Drop ändern oder sogar per Mausklick vom angezeigten Medium starten. Vorab sollte man darauf achten, dass man sich ein AMD-Image von Ubuntu besorgt. Wenn man sich das Image über die Ubuntu Seite herunterlädt wird automatisch die Prozessorarchitektur vorgeschlagen, je nach System mit dem man auf die Seite zugreift. Da ich es über mein Macbook geladen hatte, bekam ich erstmal ein Intel-Image und brauchte ein paar Installations-Anläufe bis ich die Problematik erkannt hatte.

Ubuntu erkannte alle Hardware-Komponenten ohne Probleme. Die XBMC Installation funktionierte nach einigem Stöbern z. B. auf www.n00bsonubuntu.net
Als Grafiktreiber habe ich noch den offiziellen Linux-Treiber von AMD installiert.

Leider musste ich feststellen, dass trotz in XBMC aktivierter Hardwarebeschleunigung Full-HD Inhalte nicht immer flüssig liefen. Z.B. bei Szenen in Animationsfilmen mit sehr viel Bewegungen kam es immer wieder zu leichten Verzögerungen.

Da ich hierfür keinen Ansatz für Verbesserungen gefunden habe, der mit einem überschaubaren Arbeitsaufwand zu erledigen wäre (wollte mich nicht in die Tiefen der Linux Grafiktreiber einlesen), entschloss ich mich zu einem Testlauf unter Windows 7 (32 Bit).

Wie erhofft, scheint die Treiberunterstützung für die Grafikkarte auf dem Microsoft System besser zu sein. Nachdem ich alle Treiber von der mitgelieferten CD installiert hatte, liefen alle Videoinhalte inkl. Full-HD mit eingeschalteter Hardware-Beschleunigung in XBMC ruckelfrei. Zusätzlich hatte ich den Eindruck, dass unter Windows sehr viel mehr Addons für XBMC zur Auswahl stehen. Daher habe ich mich entschlossen, meinen HTPC zunächst auf Windows-Basis zu betreiben.

Mittlerweile steht das Gehäuse fertig zusammengebaut neben dem Fernseher und wird als primäres System zum Abspielen von Videos eingesetzt. Eingeschaltet wird es noch altmodisch über den Power-Knopf am Gehäuse, hierfür muss ich mir noch eine Wake-on-Lan Methode aussuchen. Die Bootzeit liegt bei ca. 30 Sekunden und ist bisher keinem negativ aufgefallen. Meine Filme liegen zurzeit auf einer externen USB-Platte, die Serien auf einer Qnap-Netzwerkplatte.
Für die Fernsteuerung vom Sofa habe ich mich für die Funktastatur Enermax Aurora Micro Wireless entschieden. Damit lässt sich das gesamte System sehr gut bedienen, was notwendig ist, will man auch Windows-Funktionen nutzen oder mal den Browser starten.

Ohne jetzt im Detail auf meine XBMC-Konfiguration einzugehen, möchte ich hier erst mal als Fazit festhalten, dass ich mit meinem HTPC-System sehr zufrieden bin. XBMC ist eine tolle, erweiterbare Oberfläche. Ich nutze z. B. gerne die iPad App XBMC Commander, die eine tolle Ansicht eines Film-Regals bietet, über die man sämtliche Inhalte abrufen und steuern kann. Ein toller Effekt bei Video-Abenden.

Offene Punkte sind für mich noch, eine einfache Fernbedienung für die Videosteuerung zu finden und evtl. die vorinstallierten Gehäuselüfter durch leisere zu ersetzen.

, , , ,

20 Responses to Mein HTPC Projekt Teil 2: Umsetzung

  1. Zott 14.12.2011 at 19:54 #

    Hallo

    Hab deinen Beitrag gelesen und hab sofort zugeschlagen!
    Leider ruckelt Full HD bei mir auch unter Win7.
    Hab sogar noch ne GeForce GT520 besorg. Leider kein Erfolg.
    Was hast du genau für Treiber verwendet und welches XBMC?

    Gruß Zott

    • Timo 15.12.2011 at 10:27 #

      Hi Zott,
      das kann eigentlich nicht sein. Hast du die aktuellen Chipsatztreiber des Mainboards installiert? Grafikkartentreiber wirst du sicherlich installiert haben. Ich habe die aktuell stabile XBMC Version laufen, also die 10.1. Evtl. musst du in den XBMC Grafik-Optionen noch die Hardwarebeschleunigung aktivieren. Das hatte bei mir auch einen deutlichen Unterschied gemacht.

  2. Matti 16.12.2011 at 18:42 #

    Hallo, ein sehr interessantes Projekt hast du da!
    Meine Frage: Kann man mit XBMC auch fernsehen oder werden TV-Karten nur von Mediaportal und Windows Media Center unterstützt?

    • Timo 16.12.2011 at 20:39 #

      Hi Matti,
      Danke für dein Feedback. Dazu habe ich leider keine Erfahrung. Ich habe in meinem HTPC keine TV-Karte.

  3. sparks 17.12.2011 at 22:22 #

    Hi Timo,

    Blurays kannst Du aber warscheinlich nicht abspielen oder?? Power DVD 11 unterstützt nämlich die Grafikkarte auf dem Board nicht. (Aussage der Hotline)
    Ich habe auch das ASUS Board, aber Probleme BluRays abzuspielen.

    Gruß

    sparks

  4. Dominik 30.01.2012 at 00:35 #

    Hi

    könntest du vielleicht mal testen ob diese File: http://imouto.my/redirect/9 auf dem E350 flüssig läuft? Das ist ne Hi10p file welche derzeit nicht per GPU (soweit ich weiß) gerendert werden kann. Brauchst aber den Nightly von VLC(http://nightlies.videolan.org/build/win32/last/) oder Media Player Classic da XBMC noch keine Hi10p unterstützung hat. Wenn die Wiedergabe ruckelt hat es für mich auch keinen Sinn mir ein E350 board zu holen.

    Gruß
    Dominik

    • Timo 31.01.2012 at 18:50 #

      Hi Dominik,
      wie bereits per Mail geschrieben, ruckelt die Datei ziemlich stark. Habe das nightly build des VLC von gestern in der Standard-Konfig benutzt.

  5. Dietmar 01.02.2012 at 20:28 #

    Hallo, betreibe auch gleiches Board unter win7 (64) als HTPC in einem Silverstone lüfterlosem Gehäuse.
    Stelle aber auch immer wieder fest, das Filmmaterial leicht ruckelt. Ich habe es unter win7 64 bit laufen, benutze XBMC 10.1, PowerDVD11, VLC …..
    Ich habe im I-net mittlerweile gelesen, das es besser sein kann, WIN7 32 zu installieren, da alle Anwendungen (XBMC …) auf 32 Bit Basis laufen. Habe aber hier keinerlei vergleich. Was ich festgestellt habe, was das Ruckeln betrifft, ist die Wiederholfrequenz der GRAKA an dem HDMI TV. Seit dem ich hier auf 25 Hz gestellt habe ist das Ruckeln fast beseitigt. Das liegt warscheinlich eher an der nicht synchronen Herzzahl zum TV. Mittlerweile gibt es auch einen ATI Treiber 12.1 für Linux, was mich langsam dazu bewegt Linux aufzuspielen. Welche Version von Win7 beuntzt Du? (64) oder (32) Bit. Eine Lösung zur Fernbedienung habe ich unter Microcontroler.net gefunden, hier gibt es ein Projekt mit einem Microkontroller der sich leicht nachbauen läßt, URL habe ich leider gerade nicht zur Hand. Dieser kann über die Fernbedienung den PC EIN und auch Ausschalten und beherscht je nach Kontroller eine Menge Fernbedienungscodecs. Angeschlossen wird das Ganze unter USB. der Treiber muß nicht registriert werden. Weiterhin gibt es zur Koppelung zu den Programmen zwischen dem Controller und den Programmen das Programm Ghost, hierüber kann ich alle Funktionen des PC Steuern auch komplett XBMC. Die Parametrierung ist eigentlich sehr einfach und extrem flexibel, wenn man einmal die Funktionsweis des Programms verstanden hat. Man kann alle Tasten der Fernbedienung immer dem aktuell laufenden Programm zuordnen, was extrem gut läuft.
    Diese Funktion ist allerdings auch noch ein Hinderungsgrund für LINUX, da ich noch nicht weiß, wie ich diese HW in Linux integrieren kann. Dieser Kontroller läuft auch wenn der rechner aus ist, über die 5 Volt Spannung die das Netzteil immer abgibt. So kann man das Mainboard auch wieder per Fernbedienung einschalten.
    Also welche WIN7 Version 32/64 Bit benutzt du?

    • Timo 01.02.2012 at 20:35 #

      Hi Dietmar,
      Danke für dein ausführliches Feedback.
      Bei mir läuft eine 32 Bit Win7 Version. Einen Vergleich zu einer 64 Bit Version auf gleicher Hardware habe ich nicht. Ich kann nur sagen, dass bis auf die Datei im letzten Kommentar von Dominik eigentlich kein Standard-Material ruckelt. Damit meine ich hauptsächlich mkv Dateien bis 1080p.
      Dein Ansatz für die Fernbedienung klingt interessant. Ich habe mich bisher noch nicht um eine Lösung zum Einschalten des HTPC über RC gekümmert. Wenn du da nähere Infos bzw. Links hast, lass es uns wissen.

  6. Dietmar 02.02.2012 at 08:13 #

    Ja man muß nur Gedult haben, bitte einen löschen.
    Sorry

  7. Dietmar 02.02.2012 at 10:43 #

    Hallo hier noch mal eine Info,
    das Programm für die Steuerung über RC heißt EventGhost und nicht nur Ghost.

  8. Dietmar 07.03.2012 at 09:50 #

    Hier noch mal einige Infos zu meiner Installation,
    ob win7 32 oder 64 kann ich keinerlei unterschied beim abspielen feststellen.
    Ich hatte auch lange Zeit Ruckler. Jetzt habe ich mir eine NVIDA N210 passive eingebaut und musste feststellen, das auch diese ruckelt. Wahrscheinlich das Geld umsonst ausgegeben.
    Aber jetzt wird der Umstieg auf Linux einfacher.
    Mittlerweile habe ich aber die Ursache meiner Meinung nach gefunden. Es liegt an den 25 fps oder 50 fps Filme. Bis lang hatte ich unter dem BS Win7 (64) immer 60 Hz stehen, was sich ja durch 50 oder 25 sich nicht sauber teilen lässt. Nach dem ich die Graka auf 50 Hz oder auch mal auf 25 Hz gestellt habe, sind meine Ruckler weg. Im XBMC habe ich die autom. Bildwiederholfrequenz aktiviert was vorher auch nicht sauber funktionierte. Jetzt läuft alles flüssig. Vielleicht auch ein Anfängerfehler was Filme schauen betrifft. Meine Nvidia bleibt jetzt aber im System. Wie sieht es mit euren Einstellungen aus?

    • Dietmar 07.03.2012 at 09:52 #

      Sorry ich habe vergessen, das ich mittlerweile auf XBMC 11 RC2 umgestiegen bin. Echt super soweit.

      • Timo 07.03.2012 at 14:15 #

        XBMC 11 RC2 habe ich mir gestern auch installiert. Die Beta-Versionen vorher liefen auch schon gut. Bin mit der neuen Version zufrieden.

        • Dietmar 12.03.2012 at 10:20 #

          Hallo Timo,
          wie sieht es denn bei Dir aus, läuft dein System mit der internen ATI Grafikkarte?
          Welche Bildwiederholfrequenz hast Du bei Windows eingestellt?
          Gibt es Ruckler bei *.mkv , *.ts oder *.m2ts Filmen?
          Steht dein XBMC auf autom. Bildwiederholfrequenz?

          • Timo 19.04.2012 at 11:09 #

            Hi Dietmar,
            sorry für die späte Antwort. Ja, bei mir läuft nach wie vor die interne Grafikkarte. Ruckler hatte ich bisher bei den Formaten und Standard-Inhalten keine. Die Wiederholfrequenz muss ich erst nochmal kontrollieren wenn ich am Gerät bin.

  9. Timo 18.10.2013 at 10:49 #

    Kleiner Nachtrag. Dieser HTPC ist seit ich ihn aufgebaut habe, nahezu täglich im Einsatz. Seit nunmehr zweieinhalb Jahren. Das Projekt hat sich gelohnt. XBMC ist weiterhin die Software meiner Wahl zum Abspielen und verwalten von Video Quellen, lokal und im Netzwerk.

Leave a Reply