Test: Sony Alpha NEX-5RLB (Systemkamera)

Rückblickend auf das Jahr 2013 hat sich eine neue Gerätegruppe in meiner digitalen Ausstattung eingefunden: Eine Systemkamera. Das Fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera war mir für Alltagssituationen einfach zu umständlich geworden. Ich bin nie warm geworden mit den manuellen Einstellmöglichkeiten wie Blende und Verschlusszeit und habe oft den Automatikmodus gewählt. Eine Systemkamera verspricht das Beste aus beiden Welten. Ich kann weiterhin sehr viel selbst einstellen aber auch in verschiedenen Programmautomatiken unkompliziert und schnell schöne Fotos knipsen. Typischerweise sind Systemkameras wesentlich leichter und kompakter als Spiegelreflexkameras. Also genau richtig, um in meinem Handgepäck für den Urlaub zu landen.

Zu Beginn meiner Marktrecherche habe ich mich für Systemkameras von Samsung interessiert. Speziell gefiel mir die Samsung NX300. Das Retro-Design sprach mich an und die Kamera hat sehr gute Bewertungen erhalten. Letztendlich hat das Rennen dann aber doch die Alpha NEX-5RLB von Sony gemacht. Überzeugt hat mich der Fakt, dass Sony beim Bildsensor auf das große APS-C-Format setzt und damit in Punkto Bildqualität überzeugen kann. Durch die Möglichkeit, Objektive wechseln zu können, bietet sie mir auch zukünftige Erweiterungsoptionen. Bei meinen Recherchen hat mir systemkameratest.de sehr geholfen.

Zum Lieferumfang gehören das SEL-P1650 Zoom-Objektiv, ein Akku, ein Aufschraubblitz und ein Tragegurt.

Bedienung

Das Gehäuse der NEX-5RLB liegt sehr gut in der Hand. Den dicken Griff kann ich zumindest als Rechtshänder sehr gut fassen und die Kamera problemlos mit einer Hand bedienen. Im Griff sind der Akku und die SD-Karte untergebracht. Da die Kamera über WLAN und einen großen LCD-Touchscreen verfügt, beansprucht sie den Akku stärker als ich es von einer Kamera bisher gewohnt war. Bei intensiver Nutzung kann ein Akku möglicherweise nicht für einen Tag ausreichen. Es ist daher sehr empfehlenswert, sich einen zweiten oder sogar dritten Akku mit externem Ladegerät dazu zu kaufen. Empfehlen kann ich das 4in1 Ladegerät inklusive zwei Akkus von M&L Mobiles.

Das Kameramenü ist über einen Knopf auf der Rückseite der Kamera erreichbar. Durch die Menüs kann man sehr schnell mit dem praktischen Einstellrad oben rechts auf der Kamera navigieren. Alternativ kann man immer alle Aktionen per Gestensteuerung auf dem Touchscreen bedienen. Das führt meiner Erfahrung nach aber häufig zu fehlerhaften Eingaben. Die Oberfläche ist noch nicht so intuitiv nutzbar wie man es von einem Smartphone gewöhnt ist.

Praktisch ist der Movie-Button auf der Oberseite der Kamera, den man mit dem Daumen gut erreichen kann. Durch Betätigung wird sofort die Filmaufnahme-Funktion gestartet. Der Druckpunkt des Movie-Buttons sollte aber verbessert werden. Man muss schon mit spitzen Fingern darauf drücken und manchmal auch mehrmals, bis die Filmaufnahme startet.

Nach dem Einschalten ist die Kamera sehr schnell zum Fotografieren bereit. Besonders gut gefällt mir der Serienfoto-Modus. Bei gedrücktem Auslöser schießt sie dabei mehrere Fotos pro Sekunde bis man den Auslöser wieder loslässt. So verpasst man keine Situation, die man gerne festhalten möchte.

Touchscreen

Der Bildschirm verfügt über einen Klappmechanismus. Man kann ihn nach oben oder unten neigen, um z.B. Sonneneinstrahlung entgegen zu wirken. Für Selbstportraits lässt sich der Display um 180 Grad nach oben klappen. Gut gefällt mir die Option der Touchscreen-Auslösung. Wenn man sie aktiviert, kann man Fotos schießen, indem man auf den Touchscreen tippt. Der Berührungspunkt stellt dabei den Fokus dar. Gerade im Makrobereich lassen sich dadurch gute Aufnahmen erzielen. Mit dem Touchscreen bin ich sehr zufrieden. Auch im Sommersonnenlicht von Barcelona konnte ich meine Motive bequem per Screen fokusieren.

Bildqualität

Die Bildqualität der Sony NEX-5RLB konnte mich bisher überzeugen. Besonders bei Tageslicht unter freiem Himmel kommen farbenfrohe, ausdrucksstarke Bilder zustande. Die Kamera nimmt Fotos im JPEG oder Sonys ARW RAW Format auf. Um letzte mit Adobe Camera Raw bearbeiten zu können, nutze ich den DNG Konverter von Adobe. Dieser wandelt die ARW Dateien ins DNG Format, das sich von Camera Raw öffnen lässt. Das ist aktuell etwas, da die Konvertierung doch ein wenig Zeit in Anspruch nimmt.
Die NEX-5RLB verfügt über mehrere Aufnahme Modi, die schnell über das Stellrad zu wählen sind. Neben der intelligenten Automatik, gibt es noch die überlegene Automatik, die eine automatische Unschärfe- und Rauschreduzierung durchführt. Dazu gesellen sich die Modi Programmautomatik, Blendenportrait, Zeitpriotität, Manuelle Belichtung, Schwenk-Panorama und Szenenwahl. Die Szenenwahl bietet optimale Einstellung für Situationen wie Sonneruntergang, Sportaktion oder Makro.

Was mich bisher etwas gestört hat, ist der Autofokus bei Kunstlicht. Besonders im Makrobereich findet der Autofokus bei schwierigen Lichtverhältnissen oft nicht zum Ziel.

Begeistert bin ich dagegen von den Full-HD Videoaufnahmen. Durch die Unschärfen außerhalb des Fokusbereiches kommen sehr stimmungsvolle Aufnahmen zustande.

Fazit

Ich kann die Sony NEX-5RLB jedem empfehlen, der nach einer guten Allround Systemkamera sucht. Sie liegt gut in der Hand und hat ein schlüssiges Bedienkonzept. Die Bildqualität überzeugt ebenso wie die Full-HD Videoaufnahme.

One Response to Test: Sony Alpha NEX-5RLB (Systemkamera)

  1. Alex 20.02.2014 at 09:43 #

    Hi danke für Deinen Test! Ich habe mir die Kamera auch zugelegt und bin ganz angetan 🙂

  2. Michael 17.08.2016 at 21:59 #

    Hi Timo,

    danke für den Test. Inzwischen sind ja mit der Sony Alpha Serie weitaus hochwertigere Kamera auf dem Markt. Schreibst du dazu auch was?

    Best, Michael

  3. Andreas 25.09.2016 at 09:27 #

    Hallo

    Also da hast ja einen hervorragenden Artikel geschrieben. Hier erfährt man echt eine menge über die Sony.
    Echt top. Weiter so 🙂

Leave a Reply

1 × 4 =