Mehr als Ohrenschützer: Fußballer und ihre Kopfhörer

Quelle: Pixabay

Fußballer haben ihre ganz eigene Strahlkraft auf ihre Fans. Sie sind Idole, Profis und Trendsetter zugleich. Die Elektronikbranche hat dieses Phänomen für sich erkannt und in den letzten Jahren Fußballer immer wieder als Testimonials für ihre Produkte eingesetzt. Besonders Kopfhörer lagen dabei ganz weit vorn.

Musik ist eine weltweite Sprache. Ein ähnlicher Gedanke muss den Marketingverantwortlichen durch den Kopf geschossen sein, als es darum ging, neue Kampagnen für Kopfhörer zu entwickeln. Zwar warb die Branche nicht offiziell mit den Spielern, doch durch geschickte Produktplatzierungen konnte besonders eine Marke den Hype auslösen: „beats“ by Dr. Dre gehörte bei Bastian Schweinsteiger, Ronaldo oder Mario Götze lange Zeit zum Must-have auf dem Kopf.

Oft belächelt und verspottet wurden die Spieler, wenn sie mit den überdimensionalen Kopfhörern gesichtet wurden. Zugegeben, der Anblick war zu Beginn wahrlich etwas befremdlich, da die Dimensionen der technischen Gadgets im Vergleich zu den Köpfen überproportional groß waren. Aber was auffällt, bleibt im Gedächtnis. Musikproduzent Dr. Dre, der mit „beats“ eine echte Marke kreierte, dürfte auf diesen Aspekt von Beginn an gesetzt haben. Der Erfolg gab ihm recht: 2010 wurden allgemein mit Kopfhörern 645 Millionen Euro Umsatz gemacht.

Klang ist nur Nebensache

Quelle: Pixabay

Dabei geht es bei den Kopfhörern weniger um den perfekten Sound als das Image, das sie transportieren. In Technikerkreisen werden die weltbekannten Kopfhörer mit dem kleinen b an der Seite eher als mittelmäßig gewertet. Zu viel Bass, wenig Klang und ein suboptimales Soundergebnis ist das Urteil der Fachleute, wie Stern berichtet. Für Käufer und Träger ist der technische Aspekt jedoch Nebensache. Hauptsache, die Idole tragen die guten Stücke und sehen gut damit aus.

In Deutschland fiel Bayern München-Kicker Jérôme Boateng damit auf und blieb auch vielen Nicht-Fußball-Fans im Gedächtnis. Ein zweites Standbein als Werbeikone? Vielleicht. Der in Ungnade gefallene Bayern-Spieler ist schon länger nicht mehr auf dem Platz zu sehen oder wird nur in wenigen Spielen eingesetzt. Zwar ist der Verein weiterhin auf Erfolgskurs, wenn man die Live-Wetten auf bet365 betrachtet, die im kommenden Spiel gegen den 1. FC Berlin mit Quoten von 1.20 (Stand: 11.3.) weit vor der gegnerischen Mannschaft liegen, doch Boateng ist nur noch eine Randfigur auf dem Platz. Ob dies seinem Standing als Werbefigur weiter hilft, bleibt abzuwarten.

Auf Klassiker setzen

Wer sich stylish der Öffentlichkeit zeigen will, ist mit den überdimensionalen Kopfhörern gut beraten. Echte Musikfans sollten auch klassische Marken wie Sennheiser oder Sony in Betracht ziehen. Durch ihre langjährige Erfahrung im Musikgeschäft und den Einsatz der benötigten Technik liegt den Entwicklern ein klares Ziel vor Augen: Musik soll Spaß machen und in bester Qualität überzeugen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, was auch laut BR-Klassik die Architekten und Erbauer der Hamburger Elbphilharmonie lernen mussten. Klang ist Berechnung, Können und Mathematik.

Optik spielt heute neben Qualität ebenfalls eine wichtige Rolle, insbesondere im Marketing. Denn mit simplen Kopfhörern würden sich Schweinsteiger, Götze und Co. möglicherweise nur bedingt auf den Straßen zeigen. Schlussendlich ist der eigene Geschmack ausschlaggebend, wenn es um die Wahl der Kopfhörer geht. Insbesondere Sportler scheinen die Coolness einer Marke zu vermarkten können.

No comments yet.

Leave a Reply