Test: Samsung SGH-i550 mit GPS

Das Samsung i550:

SA701148.JPGGPS, Symbian, 3,5mm Kopfhöreranschluss, großes Display und dazu noch geringe Bautiefe?
– Klingt nach einem prima Handy! Ob es wirklich so ist, möchte ich in den folgenden Zeilen klären.

Format: Barren • GPRS/EDGE/HSDPA • GPS • OS: Symbian Series 60 (3rd Edition) • rsFarbdisplay (262.144 Farben, 320×240 Pixel, 2.6″) • Vibracall • polyphone Klingeltöne • UKW-Radio, Video-/Mp3-Player • 2 Digitalkameras (1.: 3.2MP, Fotolicht, AF, 9x digitaler Zoom; 2.: VGA, Videotelefonie) • Bluetooth 2.0 • USB • 150MB Speicher • micro-SD Slot (inkl. 1GB Karte) • Standbyzeit: ~460h • Gesprächszeit: ~7.5h • Größe: 115x53x13.8mm • Gewicht: 109g

Quelle: geizhals.at

Aus meiner langen Weile heraus habe ich mich kurzfristig entschlossen mir ein neues Handy zuzulegen. Mein Augenmerk fiel auch sofort auf das Samsung i550, welches integriertes GPS bietet – Super! Navigation immer und überall – und im Gegensatz zu den Nokia N-Serien Geräten mit knapp 14mm äußerst schmal gebaut worden ist. Ein wichtiges Kriterium, da ich in meinem Bekanntenkreis verschiedene Modelle der besagten Serie von Nokia begutachten konnte – alles dicke fette, knarzende Bomber!

Ein kurzer Check auf Ebay nach beendeten Auktionen brachte schnell die Entscheidung, nicht in einem gewöhnlichen Shop zu bestellen, sondern mir ein nagelneues Gerät bei Ebay zu ergattern. Was mir übrigens eine Ersparnis von über 60EUR einbrachte (gegenüber dem Kauf im günstigsten Onlineshop). Das Fehlen eines Rückgaberechts habe ich bei der Ersparnis in Kauf genommen.

Das Zusammenkommen:

Ruckzuck fand ich auf Ebay einen Verkäufer, der aus meiner Umgebung kam, wenige und sehr alte Bewertungen hatte und massig Handys verkaufte. Eigentlich ein 1A Indiz für “Nepper”. Jedoch war der Verkäufer gerne bereit mir das Gerät persönlich zu übergeben und eine Rechnung hatte er auch vorzuweisen. Hier lauerte also Schnäppchen-Alarm. Es verlief auch alles äußerst positiv, persönlich machte er einen guten Eindruck.

Der erste Eindruck – Verarbeitung & Kamera & Design:

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Das Handy, vollkommen aus Kunststoff gefertigt, war für die Größe überraschend leicht. Die Maße wirklich akzeptabel, von der Breite und Höhe schon fast ein richtiges Smartphone – aber mit geringer Tiefe. Gestört hat mich gleich zu anfang die angeraute und recht weiche Abdeckung auf der Rückseite, unter der sich der Akku und die SIM-Karte versteckt. Sie sitzt zwar perfekt und wackelt keinen Milimeter, jedoch bin ich eher ein Fan von glatten oder am besten metallischen Oberflächen.

Insgesamt kann das Samsung i550 im Gegensatz zu einigen Nokia Modellen (mit Symbian&GPS) hier punkten. Nichts knarzt, geringe Spaltmaße, keine losen Teile!

Was macht man heute mit einem neu erstandenen Handy zu erst? Telefonieren? SIMSen? NEIN – Ein Foto. Das erste Opfer war meine Mutter – Porträtfoto. Ohne groß Einstellungen zu verändern bekam ich ein auf dem Display des Handys zufriedenstellendes Ergebnis. Ausgewogene Farben und trotz eher schlechter Lichtbedingungen nicht verrauschtes Bild (wohlgemerkt auf dem Display in der 2x Vergrößerung).

Auf einem Spaziergang fotographierte ich in der Abenddämmerung einen (edel mit Original VW-Moddingteilen aufgemotzten) VW Passat Variant neuster Baureihe in weiß. Später auf dem PC waren die Fotos auch akzeptabel, allerdings leicht verwaschen. Was jedoch immer bleibt ist die äußerst träge Fokussierung. Schätzungweise eine ganze Sekunde und teilweise länger. Mehr Beachtung habe ich der Kamera nicht geschenkt, erwähnenswert ist noch, das sie recht viele Einstellungsmöglichkeiten bietet und über eine schwache LED Leuchte verfügt. Leider habe ich vergessen, ein paar Testfoto aufzuheben.

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Das Design ist äußerst konservativ und nicht sonderlich trendy oder chick, hier wird eher wert auf ein recht einfaches, nüchternes Erscheinungsbild gelegt. Man sieht dem Gerät jedoch im Vergleich zu Nokias N-Modellen deutlich geringeren Kaufpreis nicht an – die N-Serie beherbergt bis dato auch keinen Eye-Catcher. Erwähnenswert ist das recht hübsch abgerundete Design, das silbern/metallene Lautsprechergitter(chen), der blau bzw. rot (Ladezustand) leuchtende Trackball sowie die silberne Trennlinie zwischen Display und Tastatur.

Die Bedienung:

Die Eingabe per Trackball ist für mich etwas völlig Neues. Auf einem Mobiltelefon vermutlich für die überwältigende Mehrheit aller Endnutzer. Sie erfolgt anfangs äußert mühseelig und unpräzise, kann jedoch durch gezielte Einstellung im Betriebssystem verfeinert werden – ohnehin brauch fast jedes Gerät mal mehr oder mal weniger Eingewöhnungszeit. Ich empfehle bei der Menüansicht von der “Galerieansicht” auf die Variante “Liste” umzusteigen, was das Navigieren vereinfacht, da es nur noch in die Vertikale geht und so ein ungewolltes Ausscheeren in der Horizontalen nicht möglich ist. Die Tasten der Tastatur sind genau so gewöhnungsbedürftig – in die Länge gezogene aber sehr schmale Tasten. Zudem ist mir das “blind Tippen” anfangs ein wenig misslungen, da die ersten drei Tasten oben nicht 1 / 2 / 3 sondern Annehmen / C / Ablegen sind und ich somit immer mal wieder während des Schreibens einer SMS aus dem Menü geflogen bin. Ich habe recht große Finger und kam eigentlich ganz gut mit der Tastatur zu recht. Der Druckpunkt ist klar und deutlich, die Tasten wackeln trotz ihres recht großen Überstands kaum.

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Etwas mehr Acht muss man bei der Bedienung den um den Trackball herum liegenden Navigationselementen spenden. Hier kommt man recht schnell ungewollt auf die eng beieinander liegenden Tasten für den Schnellstart der Navigationssoftware bzw des Internetbrowsers. Auf Grund der deutlichen Abhebung zum Rand hin, lernt man schnell auch hier gezielt zu drücken.
Dank des Symbian OS verläuft die Bedienung der Oberfläche recht zügig und problemlos. Symbian hat sich ja schon mehrfach bei Nokia Handys bewehrt. Hierauf gehe ich auch nicht mehr näher ein.

Akustik Telefonat/Lautsprecher/Kopfhöreranschluss:

Beim Telefonieren kommt der Gesprächspartner, egal ob vom Festnetz oder Mobil, nur dumpf an. Der Ton kann jedoch recht laut gestellt werden, übersteuert jedoch leicht. Außerdem ist desöfteren lautes Knacken beim Verbindungsaufbau zu hören. Der Lautsprecher ist sehr leise und verfügt über eine eher dürftige Tonqualität. Hier bieten Nokia Handys deutlich mehr. Die Ausgabe findet über den in der Ohrmuschel eingebauten Lautsprecher in mono statt. Der Ton über den Kopfhöreranschluss ist hingegen sehr gut, ausgewogen und nicht unnatürlich, jedoch gefühlte zwei Lautstärkenstufen zu leise. Nichts für sehr laute Umgebungen.

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Display:

Das Display bietet eine recht ausgewogene Farbdarstellung, jedoch erscheinen die Farben nicht ganz so brilliant wie bei anderen Samsung Handys. Außerdem ist das Display viel zu schwach, um gegen Sonnenschein ankämpfen zu können. Es ist nicht lichtreflektierend wie das eines Nokia N9X Handys. Bei einem mäßig sonnigen Tag im Garten kann man ohne die Hand über das Gerät zu halten nur schwer noch etwas erkennen.

GPS Funktion:

Die GPS-Funktion des Handys war für mich eigentlich der Kaufgrund schlechthin. Somit würde das weitere Verbleiben des Handys allein von dieser Funktion abhängig sein. Der Satelliten-Fix ging bei mir nach dem erstmaligen Synchronisieren recht flott von statten – unterhalb von einer Minute. Leider war die Ansage selbst auf 100% Lautstärke einfach zu leise. Ab Tempo 100 hat man fast nichts mehr verstanden, vorallem, wenn dann noch das Radio leise im Hintergrund läuft. Hinzu kommt noch das oben beschriebene Displayproblem. Desweiteren musste ich feststellen, dass manche Programme Probleme mit dem integrierten GPS hatten. So wurde ich manchmal auf eine parallel verlaufende Straße gesetzt. Mehr als 5 Satelliten konnte ich auch nie finden. Alles mehr schlecht als gut. Zuverlässige Navigation in Häuserschluchten ist somit wohl eher ein Wunsch. Hier hätte man durch einen kleinen GPS-Antennenanschluss am Handy nachhelfen oder es gleich besser realisieren müssen.

Der Akku war auch nach nur kurzer Zeit merklich angeschlagen und wird für mehr als eine Navigation für schätzungsweise 3 Stunden nicht reichen. Wenn man jetzt noch kein KFZ-Ladegerät dabei hat und der Akku bereits angeschlagen ist, wird aus einem spontanen Navigieren wohl nichts.

Außerdem:

Das Samsung i550 wird mit einer 17stelligen IMEI ausgeliefert, welche die Installation mancher Programme verhindert. Angeblich bessert Samsung hier bald nach. Ich fand eine ältere Firmware, die die letzten beiden Zahlen (00) mit “/01” ersetzt hat – plötzlich liefen ALLE Programme mit meinem Zertifikat.

Fazit:

Wenn ich nun alle Punkte zusammen nehme und daraus ein Fazit ziehe, bekommt man hier ein recht dürftiges Handy mit so einigen Abstrichen. Für die sogenannten “Early Adopters” wohl das Interessanteste Feature ist das integrierte GPS, welches meiner Meinung nach leider nur unter Einschränkung zu gebrauchen ist. Außerdem fehlt noch passendes Zubehör, ein KFZ-Ladekabel oder eine Saugnapfhalterung wären wohl nicht zu viel verlangt. Beachtet man das GPS Feature nicht weiter, fallen dann noch die eher schlechten akustischen Leistungen sowie das wirklich schwache Display ins Gewicht. Was nun ohne GPS übrig bleibt, ist ein eher unterdurchschnittliches Handy. Vermutlich fällt der viel geringere Verkaufspreis gegenüber den N-Modellen von Nokia gerade bei solchen Details ins Gewicht. Wie dieses Geräte bei einem Ableger der Zeitung mit vier Buchstaben Testsieger werden konnte, bleibt mir ein Rätsel.

Noch mehr Erfahrungsberichte findet ihr auf ciao.defragen.GIF

3 Responses to Test: Samsung SGH-i550 mit GPS

  1. Egli Diana Pinto 18.05.2017 at 04:35 #

    I wanted to thank you for this excellent read!! I definitely loved every bit of it.
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