Video On Demand im Jahre 2013

Es wurde schon viel darüber gesprochen: Das Zukunftsmodell des Fernsehens soll die Inhalte dem Konsumenten zu seiner freien zeitlichen Verfügbarkeit bereit stellen. Man kann sich dann sein Programm selbst zusammenstellen und es ansehen wann man Zeit hat. Die bekannte Variante eines fest vorgegebenen Programmablaufs, nach dem sich der Zuschauer richten muss, hat nach dieser Vorstellung ausgediehnt.

Für den Anwender hat diese Vorstellung in meinen Augen fast nur Vorteile. Die TV-Inhalte, die mir wirklich gefallen und mir etwas bringen, kann ich mir gezielt heraussuchen und starten, wenn ich gerade meine Zeit mit Fernsehen verbringen möchte. Ein Herumzappen in den TV-Kanälen bis ich endlich mal etwas Brauchbares gefunden habe, könnte ich mir sparen.

In den Köpfen der Fernseh- und Filme-Macher verursacht dieser Sinneswandel natürlich Kopfschmerzen, wie immer wenn diese Branche versucht, mit den technischen Entwicklungen Stand zu halten. Man möchte dem Zuschauer doch lieber nicht zu viele Freiheiten eingestehen, schließlich muss man sich neue Strategien z. B. für den Vertrieb oder die Platzierung von Werbung einfallen lassen. Die bisherige Entscheidungsfreiheit des TV-Konsumenten lag nur im Wechsel des Senders. Wenn auf allen großen Sendern zur gleichen Zeit Werbung lief, hatten sie mich doch wieder erwischt. Und bald soll der Zuschauer also völlig frei entscheiden, was er wann ansehen möchte? Ob das funktioniert?

Dass es auch heute schon funktioniert, erlebe ich seit sechs Monaten. Seit meinem Umzug habe ich nämlich kein TV-Programm im klassischen Sinne. Bis heute habe ich weder einen Kabelanschluss noch eine Satellitenschüssel. Sehr zur Verwunderung des Elektikers meines Kabelanbieters, der meine TV-Dose an der Wand verschloss und mich fragte, wie ich denn fernsehen würde. “Ach”, meinte er nur, als ich ihm erklärte, dass ich die wenigen Fernseh-Inhalte per Internet-Stream konsumieren würde.

Fernseh Programme

Die Öffentlich-Rechtlichen Sender ARD und ZDF bieten seit einigen Wochen ihr Programm als live Stream an. Die ARD auf http://live.daserste.de und das ZDF auf http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/live/#/hauptnavigation/live. Diese Angebote habe ich schon des öfteren gerne angenommen und mir beispielsweise Sportübertragungen oder Live-Shows wie “Wetten dass…?” angesehen. Solche Inhalte möchte ich gerne live sehen. Alles weitere lässt sich gut über die Mediatheken der beiden Sender auch nachträglich noch finden. Die Tagesschau sehe ich mir z. B. immer über http://www.tagesschau.de/ an. Dort finde ich immer die zuletzt ausgestrahle Sendung (links im Menü “Letzte Sendung”). Alle Angebote lassen sich auch per iPhone und iPad wiedergeben.

  

Auch andere deutsche Sender haben ein recht umfrangreiches Internet-Stream Angebot für verpasste Sendungen. SAT 1 bietet alle Episoden von selbst produzierten Serien über seine Webseite an, hier am Beispiel der Erfolgsserie “Danni Lowinski”: http://www.sat1.de/tv/danni-lowinski Sogar die erste Staffel lässt sich noch ansehen. Die neuen Folgen erscheinen pünktlich direkt nach der Ausstrahlung im Internet.
Ähnliche Angebote finden sich bei Pro 7 im Menü als “Ganze Folgen” bezeichnet: http://www.prosieben.de/video/ oder bei RTL als “Sendung verpasst?” unter http://rtl-now.rtl.de/epg

Man hat bei den großen TV-Anbietern in Deutschland offensichtlich begriffen, dass die Menge der Menschen, die ihre Fernseh-Inhalte über das Internet konsumieren möchten, mittlerweile beachtenswert ist. Es wäre dumm, sich dieser Entwicklung zu verschließen, denn schließlich hat es auch für die Anbieter viele Vorteile. Z. B. haben sie viel genauere Zugriffsstatistiken, wenn die neue Serie über das Internet angesehen wird. Jeder Klick, jeder Absprung lässt sich auswerten, ja sogar die ungefähre Herkunft aller Zuschauer. Gerade was die anfangs erwähnte Umstellung für den Werbesektor angeht, sind das doch traumhafte Daten.

Die Inhalte sind also da, es fehlt noch ein Weg diese über eine einheitliche Plattform über mein Fernsehgerät konsumieren zu können. Momentan muss man sich verpasste Inhalte mühsam selbst zusammensuchen. Ich persönlich nutze dafür meinen Video PC (HTPC), der an meinem Fernseher angeschlossen ist. Darauf läuft ein normales Windows-System. Ich kann also einen beliebigen Browser verwenden, um die Inhalte auf meinem TV-Gerät darzustellen. Allerdings erfordert das noch die umständlichen Eingaben der Sender-Websites, das Klicken durch die Menüs usw. Es könnte schöner sein.

Filme und Serien

Zusätzlich zu den TV-Inhalten gibt es noch etliche Möglichkeiten, um Serien oder Filme per Internet ansehen zu können. Hier sind als bekannte Vertreter die Angebote von der Amazon-Tochter Lovefilm (http://www.lovefilm.de/c/video-on-demand/), Maxdome (http://www.maxdome.de) und dem kürzlich in Deutschland gestarteten Watchever (http://www.watchever.de/) zu nennen. Letzteres bietet zum Beispiel für 8,99€ pro Monat den vollen Zugriff auf alle Serien und Filme in seinem Programm an. Clients dafür gibt es für Computer, Smartphones, Apple TV, Spiele-Konsolen und Smart TVs.

Prinzipiell klingt das super. Es hat nur einen Haken: die Inhalte. “The Big Bang Theory” ist bei Watchever bis zu Staffel 4 erhältlich, aktuell läuft aber schon Staffel 6. Das heißt, ich habe den Vollzugriff auf viele alte Folgen von Serien, die ich schon kenne. Wenn ich mit meinen Kollegen über die neueste Folge sprechen möchte, komme ich mit Watchever nicht weiter. “The Walking Dead” ist bei Maxdome bis zur zweiten Staffel verfügbar. Aktuell ist das Ende der dritten Staffel. Ähnliches zeigt sich bei den Filmen, Neuerscheinungen findet man hier nicht.
Aber immerhin, es ist ein Anfang und gerade in Deutschland suchen wir noch händeringend nach Angeboten wie Watchever. Das amerikanische Netflix ist bei uns ja leider nicht verfügbar.

Die Option, Filme oder Serien auf DVD bzw. Bluray zu kaufen, ist für mich ein antiquiertes Modell. Einmal angesehen, verstauben die wertvollen Rohstoffe in Regal oder Kiste. Ebenso hat die Videothek für mich ausgedient (gibt es eigentlich noch welche?). Viel einfacher geht es z. B. per Apple TV bzw. iTunes. Man kann entspannt durch das Angebot an zum Teil sehr neuen Filmen und Serien blättern und sich dann zum Ausleihen oder Kaufen entscheiden.
Leider ist auch hier nicht alles optimal. Man kann nicht die Inhalte sämtlicher Filmstudios bekommen, wird in Sprachformat und Auflösung eingeschränkt und es ist zum Teil sehr teuer. Beim Ausleihen schreckt den Anwender der Zwang ab, den Film innerhalb der nächsten Tage ansehen zu müssen.
Hier arbeiten noch die alten Denkweisen in den Köpfen der Verantwortlichen, die sich denken: “Früher mussten Sie den Film aus der Videothek auch bald wieder zurückbringen, sonst wurde es teurer.” Mich interessiert heute aber nicht mehr, wie es vor 20 Jahren einmal mit den Videotheken ablief. Wir haben 2013 und einen 100 Mbit Breitbandanschluss. Ich zahle gerne einen vernünftigen Preis für einen geliehenen Film, aber bitteschön lasst ihn mich ansehen wann ich es will und diktiert mir nicht mein Konsumverhalten. Aus dieser Gängelung resultiert nämlich nur eines: Ich schaue mich woanders um.

Fazit

Abschließend kann ich für mich sagen, dass es im Jahr 2013 sehr gut ohne klassisches TV-Programm per Kabelanschluss oder Sat-Schüssel geht. Die wenigen Formate, die ich gerne live sehen möchte, werden auch per Internet Live Stream übertragen. Für alles weitere genieße ich die Freiheit, mir aus den Mediatheken der Sender meine Wunsch-Inhalte aussuchen zu können und sie dann anzusehen, wann es mir passt. Einziges Manko hierbei ist, dass es nicht in HD zur Verfügung steht.

Für Filme und Serien entstehen immer mehr Möglichkeiten, diese per Internet kaufen, leihen oder streamen zu können. Allerdings unterliegt man hier immer irgendwelchen Einschränkungen, z. B. alte Inhalte, teurer Preis, fehlende Sprachen und Formate oder Ansehfristen.

(Für keinen der genannten Anbieter oder Links erhalte ich irgendeine Provision)

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One Response to Video On Demand im Jahre 2013

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